Der
Versicherungskonzern UNIQA hat sein verteiltes Rechte- und Ressourcen-Management
durch das zentrale „UNIQA Security & Identity Managementsystem“
(U.SIM) ersetzt. Dessen Basis ist das Lightweight Directory Access
Protocol (LDAP). Die Aufwendungen für die Systemadministration
sanken um rund 50 Prozent, gleichzeitig nahm die Sicherheit zu.
Wesentliche Aufgaben übernimmt dabei die Software des Herstellers
Comtarsia.
Großes plant der österreichische Versicherungskonzern
UNIQA: Der Allspartenversicherer erweitert seine Geschäfte
laufend in andere Ländern und Märkte, kauft Unter-nehmen
dazu und bietet regelmäßig innovative Produkte an. Dazu
gehören eine internetbasierte Maklerplattform oder eine kilometerabhängige
KFZ-Versicherung. Dem Fahrzeug wird dazu ein GPS-Empfänger
eingebaut, um die zurückgelegten Wege genau zu erfassen. Somit
wird sichergestellt, dass nur die tatsächlich gefahrenen Kilometer
in die Prämie einfließen.
Bild: R.Ungrad, Uniqa
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„Unsere
Business-Bereiche sind sehr kreativ und stellen hohe
Anforderungen an die IT. Wir müssen dafür
sorgen, dass sich Geschäftsprozesse stabil und
nachvollziehbar erledigen lassen“, bringt es Reinhard
Ungrad auf den Punkt. Er zeichnet für die Abwicklung
technischer Großprojekte bei Öster-reichs
führendem Versicherer verant-wortlich und koordiniert
darüber hinaus |
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| die Zusammenarbeit mit dem Outsourcing
Partner der UNIQA, der Raiffeisen Informatik GmbH. „Die
Expansion, Firmenüber-nahmen und Personalverschiebungen
stellen unsere IT-Administration insbesondere
bei der Verwaltung der 11 000 User |
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Accounts vor Herausforderungen“, ergänzt
sein Kollege DI Wolfgang Zojer, Poolmanager Software
Engi-neering bei der UNIQA SoftwareSer-vices. Es gilt,
den digitalen Lebens-zyklus eines Mitarbeiters, Geschäfts-partners
und Kunden transparent zu verwalten – vom
ersten Anlegen über alle Änderungen bis
hin zum Löschen seiner Identität in der
Welt der IT-Systeme.
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Bild: W.Zojer, Uniqa |
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Die IT-Administratoren von UNIQA mussten beispielsweise die Benutzerdaten,
Rechte und Ressourcen allein in Österreich in über 300
Lokationen dezentral warten. Hinzu kam, dass Mitarbeiter –
sogenannte Springer – in verschiedenen Niederlassungen tätig
waren und Aushilfskräfte lediglich eine temporäre Zugangsberechtigung
erhalten. Bedingt durch das historische Wachstum waren unterschiedliche
Directory-Management-Technologien im Einsatz: in der Zentrale etwa
der offene Standard LDAP und die Raiffeisen Informatik setzt für
die Verwaltung der Windows-Clients und Server auf das proprietäre
Active Directory von Microsoft „Da unsere User allerdings
an Windows- und Unix-Applikationen sowie Hostsystemen ihre Prozesse
erledigen, sind die verschiedenen Benutzerverwaltungen aufwändig
zu pflegen gewesen, da sie sich nicht automatisch synchronisierten“,
erklärt Zojer.
„Es war angesichts der verteilten Administration und unterschiedlichen
Technologien nur mit sehr hohem Aufwand möglich, ein sauberes
Benutzermanagement zu gewährleisten“, beschreibt Zojer.
„Um IT-Administratoren zu entlasten, flexibel auf Personalverschiebungen
reagieren und dem Business rasch PC-Arbeitsplätze einrichten
zu können, haben wir uns entschieden, das Identity-Management
auf eine zentrale Plattform zu stellen.“ Eine Besonderheit
bei UNIQA ist, dass das Unternehmen seine IT-Systeme zwar von einem
Dienstleister managen lässt, das Benutzer-Management jedoch
in eigener Verantwortung betreibt. Auch diesen Anforderungen musste
eine neue Lösung gerecht werden. „Die Idee einer vollständigen
Eigenentwicklung wurde rasch verworfen, da die Realisierung unwirtschaftlich
gewesen wäre. Auch war nicht sicher, ob das Entwicklungsprojekt
zum Erfolg geführt hatte“, erinnert sich IT-Koordinator
Ungrad.
Die nötige Flexibilität zu geringen Kosten, erzielt der
Versicherungskonzern heute mit dem zentralen Identity-Management-System
U.SIM. Im Kern wird LDAP verwendet, für die Provisionierung
und Datensynchronisierung sind verschiedene eigen entwickelte Komponenten
und auch zugekaufte Produkte verantwortlich. Was fehlte, war jedoch
eine Lösung für die Windows-Authentifizierung gegen U.SIM-LDAP
sowie die Datensynchronisation zwischen dem zentralen LDAP und dem
ActiveDirectory.
Nach einer Marktevaluation im Sommer 2006 wurden die Verantwortlichen
von UNIQA beim Wiener Softwarehaus Comtarsia fündig. Das Standardprodukt
„Comtarsia SignOn Solutions“, welches bereits bei zahlreichen
Großunternehmen im Bereich LDAP Integration verwendet wird,
konnte das Gros der geforderten Funktionen „out-of-the-box“
erfüllen. Zudem sei das Team von Comtarsia sehr flexibel gewesen,
kurzfristig, dringend nötige Zusatzanforderungen von UNIQA
in das Produkt als Standard mit aufzunehmen. „So ein Service
bekommt man von den Software-Riesen nicht“, fügt Ungrad
schmunzelnd hinzu.
Die „Comtarsia SignOn Solutions“ bestehen aus zwei Systemmodulen,
dem „Comtarsia Logon Client“ und dem „Comtarsia
SignOn Gate“. Der Comtarsia Logon Client ermöglicht am
Arbeitsplatz eine direkte Anmeldung an ein LDAP Directory. Durch
eine LDAP Schema-Erweiterung können Informationen wie Benutzerverzeichnispfad,
Benutzerprofilpfad, Drucker und Laufwerkszuordnungen, Single-Sign-On-(SSO-)Daten,
im LDAP-Benutzer- oder –Gruppen-Objekt abgelegt werden, welche
der Logon Client bei jeder Anmeldung auswertet. Die automatische
Benutzerverwaltung auf den Ressourcensystemen (Windows NT, Windows
2000, Windows XP, Linux, Terminal Server/Citrix) übernimmt
das Zusatzprodukt „Comtarsia Sign on Gate“.
„Den ganz großen Vorteil von Comtarsia sehen wir darin,
dass unsere verschiedenen IT-Welten miteinander verknüpft und
zentral gemanagt werden können“, erklärt IT-Mann
Zojer. Ein Mausklick genüge, um zu wissen was ein Benutzer
dürfe und was nicht. Auch die Unabhängigkeit, welche die
Lösung dank LDAP biete, gefällt den UNIQA-IT-Spezialisten.
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„Wir können
uns bei der Auswahl neuer Lösungen frei am Markt bedienen und
sind nicht durch die Vorgaben eines Herstellers eingeschränkt.“
Die heutigen Systeme bleiben eigenständig und es müssten
keine Zertifikate untereinander ausgetauscht werden.
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Bild: Uniqa Gebäude,
Untere Donaustraße |
Seit Ende 2006 sind die österreichischen 300 Niederlassungen
mit ihren rund 7000 Usern auf Windows-Server sowie PCs umgestellt
und die Anwender gelangen durch einmaliges Anmelden über den
Comtarsia Logon Client an alle erlaubten Anwendungen. Zwischenzeitlich
sind etwa 100 Applikationen etwa SAP, Dokumenten-Management-Produkte
oder auch Software für die Datenanalyse von SAS Institute ins
LDAP integriert.
„Mit Hilfe der zentralen Benutzerverwaltung und den Comtarsia-Werkzeugen
haben wir die Administrationskosten sowie die Aufwendungen für
die Help-Desk-Mitarbeiter deutlich senken können – die
Tools von Comtarsia sind ein wichtiger Baustein dafür“,
zeigt sich Ungrad zufrieden. „Den digitalen Lebenszyklus von
Mitarbeitern haben wir transparent im Griff.“ In weniger als
drei Jahren sollten sich die Investitionen amortisiert haben. Die
User könnten heute beispielsweise ihre Passwörter eigenständig
in seiner Self-Service-Anwendung zurücksetzen. Allein die
vergessenen Zugangskennungen hatten vorher rund 50 Prozent der Anfragen
ausgemacht. Auch das wichtige Thema Ersatzkräfte und Springer
lasse sich nun komfortabel aus der Zentrale managen. Bis Ende 2008
sollen alle 12500 Mitarbeiter von UNIQA im zentralen LDAP verbucht
sein. „Mit der Einführung des zentralen Identity-Managements
sind wir einen großen Schritt bei der Umsetzung unserer geplanten
Gesamt-IT-Architektur weitergekommen“, resümiert Zojer.
„Das gibt uns die nötige Flexibilität für unser
Business.“
Identity Management lohnt sich
Eine aktuelle Studie "Identity Management 2006/2007" des
Fraunhofer-Instituts belegt die enormen Kosten für die Benutzerverwaltung:
der durchschnittliche Zeitaufwand für das Anlegen eines neuen
Mitarbeiters in den betreffenden Benutzerverwaltungen liegt ohne
zentrale Identity-Management-System bei 3,55 Stunden. Unterstützt
durch ein System, dauert es im Schnitt nur 1,81 Stunden. Noch stärker
fällt der Aufwand für die laufende Pflege der Accounts
und Berechtigungen ins Gewicht. Der Studie zufolge lässt sich
der Gesamtaufwand für das "Identity-Lifecycle-Management"
mit Hilfe eines Systems um durchschnittlich 63 Prozent senken. Da
immer mehr Unternehmen den Nutzen des zentralen Identity-Management-Lösungen
erkannt haben, wird der Markt laut IDC jährlich um 10 Prozent
wachsen.
Über UNIQA
Die UNIQA Group Austria ist eine der führenden Versicherungsgruppen
Mitteleuropas und vereint bewusst österreichische Identität
mit europäischem Format.
In Österreich ist UNIQA mit einem Marktanteil von rund 22%
und rund 6.500 MitarbeiterInnen führender Versicherungskonzern.
Zu ihr zählen neben der börsenotierten Konzerndachgesellschaft
UNIQA Versicherungen AG auch die UNIQA Sachversicherung AG, die
UNIQA Personenversicherung AG, die Raiffeisen Versicherung AG,
die Salzburger Landes-Versicherung AG, die CALL DIRECT Versicherung
AG, die FinanceLife Lebensversicherung AG sowie Service- und Finanzgesellschaften.
Rund 30 operativen Versicherungsgesellschaften der gesamten UNIQA
Gruppe in 20 Märkten verfügen aktuell über ein Prämienvolumen
von 5,1 Mrd. Euro. 2006 wurde ein EGT von 238,5 Mio. Euro –
davon rund 30% außerhalb Österreichs - erwirtschaftet.
Mit rund 17.500 MitarbeiterInnen und konzernweit 5,7 Mio. betreuten
KundInnen mit knapp 13 Millionen Verträgen in 20 Märkten
zählt UNIQA zu den dynamischsten Unternehmensgruppen in Zentraleuropa.
UNIQA ist neben dem Heimatmarkt Österreich auch in Tschechien,
Ungarn, der Slowakei, Kroatien, Polen, Italien, der Schweiz, Deutschland
und Liechtenstein tätig. Dazu kamen in den letzten Jahren noch
Slowenien, Rumänien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Serbien
und die Ukraine sowie Albanien, Mazedonien und Kosovo.  |